In diesem Modul werden die Schülerinnen und Schüler im Bereich der analogen Bildverfahren und der damit verbundenen Gestaltungsprozesse trainiert.
Ziele und Kompetenzen
- Sicherheit in der Gestaltung mit analogen Bildverfahren (Zeichen/Malen)
- Training zur Gestaltung nach Anschauung und aus der Vorstellung
- Entwicklung und Visualisierung eigener Bildwelten
- Sicherheit mit den gestalterischen Strategien und im gestalterischen Modus
- Verständnis der werkimmanenten Intention vs. Intention der Akteure
- S – Weiterentwicklung eigenen Bildsprache bzw. eigener Darstellungsstile
- S – Durchblick im Zusammenspiel von Werkfunktion, Modus und Kontext
Theorie und Geschichte
- Materialien und analoge Bildverfahren, Inhalt in Werken, Ästhetischer Modus, Werkfunktion, der gestalterische Prozess
- Partikulares: Methodische Hilfen für das Zeichnen und Volumenelemente als Unterbau, Punktperspektive kurz und knapp und Anordnung am Horizont, Parallelprojektion kurz und knapp
- Geschichte der Malerei
Wiederholung und Booster
- Das mit den geometrischen und organischen Körper…
- Geometrische Körper aus verschiedenen Perspektiven zeichnen
- Dasselbe mit organischen Körper
- Körper additiv und subtraktiv bearbeiten
- Mehrere Körper lose anhäufen (willkürlich, oder bereits à la Arcimboldo?)
- Das mit den Volumenelementen und Abstraktion…
- Gegenstände nach Anschauung mit Volumenelementen aufbauend zeichnen, aus der nahen Erinnerung sowie frei aus der Vorstellung
- Das mit der Textur…
- Diverse Übungen zur Typologie und gestalterischen Funktionen von Schraffuren und Duktus (Gestaltungsfunktionen)
- Das mit den alten Aufträgen, z.B. mit …
- Figürlich Zeichnen nach Anschauung (Formen, Proportionen, Raum)
- Elegante Akrobatik oder schmerzhafter Sturz (aus der Vorstellung)
- Die romanische Kirche: eine monumentale Gottesburg …
- Erzeug‘ ein Spiel-Zeug-Fahr-Zeug! (Zeichnerisches Entwickeln)
- M e i n e – Schule von Athen! (Figur, Raum, Komposition)
- Bühne frei: Let’s rock! (Figur, Raum, Perspektive)
- etc.
Weitere Übungen und Aufträge aus alten Modulen:
Übungen
Materialien und analoge Bildverfahren zu nachfolgenden und anderen Übungen einüben und Sicherheit gewinnen:
- Spiel mit verschiedenen technischen Verfahren
- Körper, Licht und Textur beobachten und mit unterschiedlichen technischen Verfahren umsetzen, experimentieren, diskutieren!
- Designateur vs. Colorist (z.B. Ausblick oder Lampen im dunklen Zimmer)
- Designateur: Bleistift mit der Spitze, Aufbau konstruieren, schraffieren. Oder dasselbe mit Fineliner stilisiert eine Szene zeichnen.
- Colorist: Bleistift flach halten und Augen zukneifen, evtl. Radierer. Oder mit weisser Kreide Lichter tonal auf schwarzes Papier „malen“.
- Stillleben nach Anschauung (Licht, Helldunkel, Farbe, Formen, Raum)
- (Kaputte) Gläser mit Lumpen im abgedunkelten Raum und Kerzenlicht
- Lasierend achromatisch schw auf weiss und weiss auf schw
- Deckend monochrom oder chromatisch je auf grau oder weiss
- Kriterien
- koloristisch mit Flächen/ Flecken/Verläufen (vs. Linien/ Konturen)
- differenzierte Zwischentönen, Spitzlichter, Schwarzpunkt, …
- naturalistische, plastische Wirkung in plausibler Darstellung
- (Kaputte) Gläser mit Lumpen im abgedunkelten Raum und Kerzenlicht
- Ästhetischer Modus (Variante zum letzten Modul)
- Dürers Betende Hände (1508) oder Michelangelos Erschaffung Adams (1508-1512) in den acht verschiedenen ästhetischen Modi visuell durchspielen. Die Zeichen- und Maltechnik (analoge oder digitale Verfahren) je nach Modus variieren und verstärkend einsetzen.
- Die Ästhetik der alten MeisterInnen
- Analysiere bekannte Bilder aus der Kunstgeschichte und fülle das Spider-Diagramm zum ästhetischen Modus aus. Wer in der Klasse kann aus deinem Spider-Diagramm die entsprechende Kunstepoche oder vielleicht sogar den/die Künstlerin erraten?
- Speed-Variationen der Mona Lisa (und der ästhetische Modus):
- Versuche als erstes mit dem Online Game Clone-a Lisa von VOLE.wtf das Renaissance-Gemälde Mona Lisa (1503) von Leonardo Da Vinci in 60 Sekunden so gut wie möglich zu kopieren… nicht einfach, oder?
- Bespreche in der Klasse, wie die Prozentzahl hochgetrieben werden kann? Welche „Wahrnehmung“ steckt hinter dem Algorithmus?
- Mach dich nun schlau über die ästhetischen Modi in der Gestaltung.
- Versuche danach zu den verschiedenen Modi eine Variante der Mona Lisa herzustellen – unabhängig von der Prozentzahl. Schaffst du es, in 60 Sekunden eine visuelle Interpretation zu einem ästhetischen Modus zu kreieren, die deine KollegInnen erkennen?
- Bespreche mit Hilfe des Spider-Diagramms etwas differenzierter die Resultate? Welche formale oder inhaltliche Grundelemente zeigen wie intensiv welche Ästhetik? Welche Grundelemente dominieren wieso
- Und wenn du nun an deine (erste) Kopie in diesem Game zurückdenkst, wie müsstest du dazu das Spider-Diagramm zum ästhetischen Modus ausfüllen? Alles ist eine Frage der Ästhetik 😉
- Ein Werk und die verschiedenen Intentionen
- Verschiedene Werke aus der Kunstgeschichte besprechen, die besonders mit einer Differenz mit der werkimmanenten Intention zur Intention der KünstlerInnen und zur Intention der Rezipienten (durch die Zeit) aufgefallen sind.
- Erstelle ein KI-Bild (z.B. mit Stabel Diffusion), das eine grosse Differenz in der Intention unter den einzelnen Akteure oder auch mit der werkimmanenten Intention: z.B. ein Präventionsbild, das in den Sozialen Medien von Jugendlichen aus Sek I Stufe geschaltet werden soll, bei dem die NutzerInnen einen Unterhaltungswert haben, sie aber sich im Verhalten zu einem bestimmten Thema kritisch hinterfragen sollen…
- S – Training mit alten Abschlussprüfungen wie Maturaarbeiten etc.
Aufträge
- Exzessive Apfelstudie (Wahrnehmung und Darstellungsfertigkeiten)
- Vom Reisen (Illustration)
- Griechische Mythologie neu illustriert (Wissenschaftliche Illustration)
Weiterführende Links
- Modulüberblick Analoge Bildverfahren
- …