(Beitrag in Vorbereitung)
Ziele/ Kompetenzen
- Farbe und Wahrnehmung: Farbe als physikalisch–physiologisch–psychologisch konstruiertes Erlebnis verstehen und gezielt einsetzen (Farbwahrnehmung / Wahrnehmungskompetenz / Farbkontrast)
- Farbgestaltung: Farbmischung, Farbbeziehungen, Farbmodulation und Farbstimmung steuern (Gestaltungskompetenz / Bildsprache / Farbraum)
- Farbtheorie und Bildkultur: Farbenlehre, Farbtheorien und Farbmodelle aus Geschichte und Gegenwart analysieren und produktiv übersetzen (Theorie-Praxis-Transfer / Bildkulturkompetenz / Appropriation)…
Wiederholung und Booster
- Modul: Theorie und Praxis der Farbe
- Wiederholung
- Einfache Farbmodelle (CMY-Farbkreis, HSB-Dreieck, Farbkugel, …)
- Farbdimensionen HSB, Primärfarben (additiv RGB und subtraktiv CMY)
- Farbkontraste und Farbbeziehungen, Farbakkorde und Farbpaletten
- Farbe, Raum und Farbmodulation (Lokalfarben, Erscheinungsfarben)
- Wirkung und Symbolik der Farbe in Alltag, Design und Kunst
- Wiederholung/ Vertiefung physiologische- und psychologische Farbwirkung
Geschichte und Theorie
Der Begriff „Farbe“ ist mehrdeutig und bezeichnet z.B. je nach Kontext die materielle Malfarbe, den physikalischen Farbreiz oder die wahrgenommene Farbvalenz. Farbe entsteht durch einen physikalisch-physiologisch-psychologischen Prozess: Licht wird direkt von einer Lichtquelle gesendet oder von einem Gegenstand reflektiert (physikalisch), im Auge in Nervenimpulse umgewandelt (physiologisch) und als Farbe erlebt (psychologisch).
- Historisch: Farbtheorie & Farbenlehre im Verlauf der Geschichte
- Technisch: Farbmodelle, Farbmodus und Farbmanagement
- Gestalterisch: Ordnung, Konzepte, Vorgehen mit Malmitteln und formalen Aspekten der Farbe
Einstieg und Übungen

- Sehexperiment (Lehrperson gibt verbale Anweisungen)
- „Schaut in den wolkenfreien Himmel oder auf eine helle, weisse Fläche. Was seht ihr ausser der Fläche?“
– Wandernde Punkte und Flecken (Floaters/ Trübungen im Auge). - „Schliesst die Augen und richtet euren Kopf zu einer Szene mit einer hellen Lichtquelle wie die Sonne oder eine Spotlampe, ohne direkt in die Lichtquelle zu blicken. Was seht ihr?“
– Orange, diffuse Lichtfelder, räumliche Lokalisierung der Lichtquelle möglich (die Augenlieder lassen Licht durch, wie ein diffuser Filter). - „Öffnet die Augen, fixiert einen Punkt etwa 30° neben der Lichtquelle, ohne direkt ins Licht zu schauen. Lässt nach etwa 15 Sekunden euren Blick wandern. Was seht ihr?“
– Dunkler Fleck bewegt sich mit und löst sich auf (Sukzessiveffekt). - „Fixiert erneut die Szene 15 Sekunden, dann Augen schliessen und deckt dies zusätzlich mit den Handballen lichtdicht ab. Was seht ihr?“
– Negativbild (Nachbild entstehen mit Gegenfarben im Auge). - „Lasst die Augen weiter geschlossen, bis das Nachbild verschwunden ist. Was seht ihr jetzt? “
– Dunkel oder vielleicht feine Lichtspuren bis rhythmische Formen (innere Wahrnehmung – Bild entsteht auch ohne Licht). - „Mit geschlossenen Augen sehr sanft reiben oder leicht Druck ausüben. Was seht ihr nun?“
– Flimmern, Lichtblitze (Phosphene, also Licht ohne Lichtquelle). - „Denkt an alle Beobachtungen zurück. Was bedeutet das für das?“
– Auge + Gehirn erzeugen Bilder.
– Sehen ist nicht Kopie der Realität, sondern Konstruktion.
– Farbe existiert nicht „draussen“, sondern entsteht in uns. - Optionale Nachbesprechung:
– Nachbilder = Sukzessivkontrast mit Kompvlementärfarben
– Fixation > Bild bleibt nicht stabil, wird laufend neu erzeugt
– Floating Flecks > Auge ist Material, kein perfekter Apparat
– Phosphene = „Licht“ auch ohne Lichtquelle
– Wahrnehmung ≠ physikalischer Reiz
- „Schaut in den wolkenfreien Himmel oder auf eine helle, weisse Fläche. Was seht ihr ausser der Fläche?“
- Das Weisshorn ist schneeweiss. Aber ist Schnee wirklich weiss?
- Geschichte der Darstellung von Schnee in der Malerei untersuchen (siehe z.B. Februarminiatur der Brüder von Limburg, Heimkehr der Jäger von Bruegel d.Ä., Monti di Neve von Giovanni Giacometti, Winterlandschaft I von Kandinsky etc.);
- Schnee in der Wintersonne nach Anschauung malen – es darf auch ein abgekratztes Häufchen Eis aus dem Eisfach sein, das mit verschiedenen Lichtquellen beleuchtet wird. (Buttom-up vs. Top-down)
Aufträge
- Kurzvorträge zur Geschichte der Farbenlehre (Deskription und Einordnung)
- Farbmischung – Das eigene 3D-Farbsystem
- Weitere Aufträge z.B. aus dem Modul Modul: Vertiefung Malen
- …
Weiterführende Links
- Modulüberblick Farblich – von Praxis Wahrnehmung und Theorie