In diesem Auftrag werden die Möglichkeiten der Illustration und Werkfunktionen ausgelotet, indem eine kleine Geschichte der griechischen Mythologie in einer wissenschaftlichen Ästhetik illustriert wird.
Ziele/ Kompetenzen
- Zeichnerische und malerische Verfahren, Gestalterische Funktionen, ästhetischer Modus und Werkfunktion verstehen und anwenden können
- Einführung in die literarische und wissenschaftliche Illustration
- Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie
Theorie/ Vorarbeit
- Überblick und Praxis zu den zeichnerischen und malerischen Verfahren
- Theorie und Übungen zur gestalterischen Funktionen (Nachahmung, Bedeutung, Wirkung), ästhetischer Modus (Abstraktionsgrad, Stilisierung, Idealisierung, …) und Werkfunktion (Intention Autor vs. Werk vs. Rezeption)
- Theorie zur Illustration (Fokus wissenschaftliche und literarische Illustration) und Diskussion (Was ist die Ästhetik einer wissenschaftlichen Illustration)
- Benutzungsanleitungen auf ihre Ästhetik und narrativen Tools untersuchen (sachliche Zeichnungen auf das Wesentliche reduziert, minimal und prägnant beschriftet, mit Abbildungslegenden, Nummerierungen, Textur- und Farbzuordnungen versehen, Lupendarstellungen, Risse, Durchsichten, Explosionsdarstellungen, Sachzeichnungen kombiniert mit Infografiken, geografischen Zeichnungen sowie Bildserien, Simultanzeichnungen oder Pfeile zur Darstellung von Bewegung, Abläufen, Kräfteeinwirkungen, Zugehörigkeiten etc.)
Auftrag
Illustriere eine ausgewählte Figuren der griechischen Mythologie und ihre Geschichte in der Ästhetik einer wissenschaftlichen Illustration auf einer einseitigen Übersichtszeichnung (ca. A3). Reize die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Illustration mit verschiedensten narrativen Tools aus. Du darfst die Geschichte auch mit einem Augenzwinkern darstellen und zu den wesentlichen Gegebenheiten weitere fiktive Aspekte wissenschaftlich illustrieren und anhäufen. Als Gestaltungstechnik für die Sachzeichnungen, für die wohl bedachten grafischen und minimalen typografischen Elemente eignen sich in dieser Arbeit vielleicht ein wasserfester schwarzer Filz für die Konturen und ein lasierender Gouache-Farbauftrag zur Kolorierung einzelner Flächen, wobei je nach Geschichte und Anwendung auch eine andere Techniken in Frage kommt und gewinnbringende verwendet werden darf.
Die Ästhetik einer wissenschaftlichen Illustration ist in formaler Hinsicht wirklichkeitsnah idealisiert bis stilisiert. Sie kann in diesem Fall der mythologisch-literarischen Themen jedoch inhaltlich auch surreale Aspekte beinhalten. Die werkimmanente Funktion bzw. Intention ist Informieren. Die Intention der Akteure zeigt auf der Produktionsseite Belehren und auf der Rezeptionsseite Unterhalten mit einem selbstironischen Augenzwinkern der pseudowissenschaftlichen Wahrheitssuche.
Kriterien
- A) Überzeugender Einsatz der zeichnerische und malerischen Verfahren
- B) Ästhetik der wissenschaftlichen Illustration mit variantenreichen narrativen Tools zur Darstellung von dichten Informationen in einer reizvollen und lesbaren Ausarbeitung und Komposition (1/2)
- Bonus/Malus (Gesamteindruck, Unerwartetes, Einhaltung der Vorgaben …)
Material
- Zur Recherche Online-Links zu den Figuren der griechisch-römischen Mythologie (studyflix und wikipedia) oder mit anderen Textgrundlagen z.B. auch Kinderbücher von Dimiter Inkiow: Die spannendsten griechischen Sagen (Hörbuch via Spotify). Je nach Absprache mit der Lehrperson können auch andere kulturgeschichtliche Felder erschlossen werden (altägyptische, alt– oder neutestamentarische, nordische, hinduistische Götter und Figuren, …)
- Bleistift, Gouache, Kreide, Fineliner und je nach Bedürfnis weiteres Material
- Skizzenpapier zur Entwicklung von Aufbau, Komposition, Figuren, Attribute, Erzählstrategien etc.
- Festes A3 Papier für die finale Illustration (einseitig!)
Links
- Spannende animierte Darstellung von Rotkäppchen in der Ästhetik der wissenschaftlichen Illustration von Tomas Nilsson
Beitragsbild: Griechische Gottheiten (gemeinfrei wp)

an einer Welle dargestellt mit Abbildungslegende und Kräfteeinwirkung