Modul: Vertiefung Drucken

In diesem Modul wird das Drucken vertieft: Es geht nicht mehr nur um das Verfahren, sondern um die bewusste Gestaltung mit einer Druckform. Zwischen Wiederholung und Variation entsteht ein Spiel aus Entscheidung, Zufall und Material, das jedes Blatt verändert. Du entwickelst eigene Druckserien und untersuchst, wie sich ein Motiv durch Farbe, Überlagerung oder Eingriffe wandelt. So wird Drucken zu einer experimentellen Praxis, in der Original und Reproduktion neu gedacht werden.

Ziele und Kompetenzen

  • Vertiefung eines Druckverfahrens (Hoch-, Tief-, Flach-, Druchdruck)
  • Konzeption und Umsetzung einer Druckserie (Wiederholung vs. Variation)
  • Mehrstufige Druckprozesse planen (Farbe, Reihenfolge, Passung)
  • Bewusster Einsatz von Linie, Fläche, Textur und Negativform
  • Reflexion von Reproduktion, Original und Variation

Wiederholung und Booster

Modul: Überblick Drucken

  • Druckverfahren im Überblick (Hoch-, Tief-, Flach-, Durchdruck)
  • Grafische Reduktion (manuell vs. digital)
  • Positiv-/Negativform, Binnenflächen, Schablonenlogik

Geschichte und Theorie

Geschichte mit Positionen: 

  • Albrecht Dürer – systematische Schraffur (Parallel-, Kreuzschraffur) und Texturdichte zur plastischen Modellierung
  • Hokusai – Mehrplattenverfahren/ Farbseparation, arbeitsteilige Produktion mit Entwerfer, Holzschneider, Drucker
  • Käthe Kollwitz – starke Helldunkel-Kontraste, expressive Flächen/ Linien
  • Ernst Ludwig Kirchner – Duktus mit sichtbaren Messerspuren
  • Pablo Picasso – Verfahren der Verlorenen Platte und generell experimenteller Umgang mit Techniken
  • Andy Warhol – Serie und Variation

Technische Grundlagen zur Drucktechnik:

  • Die Druckform – technische Grundlagen
    • Überbegriff: Druckform (das Werkzeug, das das Motiv trägt).
    • Hochdruck: Druckstock (z. B. Holz, Linol).
    • Tiefdruck: Druckplatte (z. B. Kupfer, Zink).
    • Flachdruck: Druckträger (z. B. Lithoschiefer/Stein, Aluminiumplatte).
    • Durchdruck: Schablone (z.B. Siebdruck, Stencil).
    • Besonderheit: Im Digitaldruck gibt es keine physisch stabile Druckform im klassischen Sinn
  • Die Ästhetik – Begriffe zur Gestaltung der Druckform
    • Schnitttechniken: Weisslinienschnitt, Schwarzlinienschnitt.
    • Flächengestaltung: Flächenschnitt (Positiv- und Negativraum), grafische Reduktion (manuell, Schwellenwert/ Farbseparation).
    • Modellierung: Abstufung durch Texturdichte oder optischer Farbmischung mit Rasterung (Autotypie/ Halbtonbilder).
    • Duktus: Sichtbare Textur durch Material und Werkzeugspuren.
    • Die Umkehrung: Zwingende Beachtung der Seitenrichtigkeit (das Motiv muss spiegelverkehrt auf die Form, insb. Schriften).
  • Die Anwendung – Verfahren und Effekte
    • Vervielfältigung: Serie (Auflage), Rapport (fortlaufende Muster).
    • Farbeffekte: Irisdruck (Farbverlauf in der Walze), Überdruckverfahren (Farbmischung durch Transparenz).
    • Mehrschichtverfahren: Mehrplattenverfahren (eine Form pro Farbe) oder die Verlorene Platte (Reduktionsdruck, bei dem die Form schrittweise weggeschnitten wird).
    • Präzision: Einsatz von Passerkreuzen, um die Passgenauigkeit beim Übereinanderdrucken zu garantieren.
    • Zufällige Effekte: Druckschwankungen mit Farbauftrag, Material, …
    • Sonderformen: Monotypie (Druckverfahren für Einzelstücke/Unikate)
    • Auflage und Signatur: Abzug/Auflagenangabe (z. B. 3/20) oder Künstlerabzug (E.A.), dann die Signatur

Theorie zur Ästhetikgeschichte:

Einstieg und Übungen

  • Eine fast ungegenständliche Bildreihe (Monotypien in Serie)
    • KI-Prompt: „Wer ist der/die SchutzgöttIn bzw. Schutzheilige in der griechischen Mythologie bzw. in der christlichen Ikonographie [von der Schule] und welche Attribute und insbesondere Farben, Formen Texturen und Bild-Kompositionen zeigen diese in der ikonographisch Tradition?“ Wähle jedoch ein eigenes Stichwort für einen Beruf, eine Subkultur, eine Aktivität oder einen Bereich.
    • Oder gehe umgekehrt von einem/r SchutzgöttIn bzw. eine/r Schutzheiligen aus und überlege dir, wofür diese heute stehen könnte. Passe den KI-Prompt entsprechend an.
    • Überprüfe die KI-Antwort an Gemälden aus der Kunstgeschichte und wähle ein bekanntes Bild exemplarisch als Referenzbild.
    • Hommage an: Experimentiere zum ausgewählten Stichwort mit stark abstrakten Aspekten (Farben, Formen, Texturen, Kompositionen) und entwickle eine Serie oder Mehrplattendruck, was du später mit dem Referenzbild präsentierst.
  • Kleine Übungen
    • Textur & Spur: Material und Werkzeug als Bildsprache nutzen
    • Kontrollierte Variation: gleiche Druckform, unterschiedliche Ergebnisse (Farbe, Druck, Papier)
    • Mehrfarbdruck: Reduktions- oder Mehrplattenverfahren (Reihenfolge erproben)

Aufträge

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