Dieser Auftrag beschäftigt sich mit nonverbaler und visueller Kommunikation, Identifikation, Mode, Grafik und Siebdruck.
Der menschliche Mund ist ein kaum beschreibliches Körperteil – und dennoch lässt sich soviel damit kommunizieren. Mit seinen unzähligen Typen, den vielen Muskeln und Haltungen sowie mit den Modifikationen mit Farbe und Schmuck kann er in einem kurzen Augenblick mehr als ein seitenstarkes Manifest zum Ausdruck bringen. Damit spielen wir in diesem Auftrag.
Vorübungen
- Grafische Vereinfachung von Formen und Helldunkelwerten (Weisslinien-/ Schwarzlinienschnitt, Farbseparation/ Schwellenwert)
- Reflexion von Bildwirkung (Farben, Formen, Texturen, Licht, Ansicht sowie deren Kontraste und Kompositionen)
- Evtl. Experiment mit Druckgrafik wie Linoldruck oder Siebdruck (mittlerweile gibt es Siebdrucksysteme, die einfach zu handhaben sind: z.B. die Arbeit mit Screen-Painting-Fluid und -Filler oder mit gebrauchsfertiger lichtempfindlicher Emulsion in Kombination mit der Photogrammtechnik)
Auftrag: Was sagst du mit deinem Mund?
Der Mund ist nicht nur zur Vermittlung von Worten wichtig. Mit der mimischen Muskulatur des Mundbereichs können wir auch nonverbal unglaublich viel kommunizieren. Anhand des Mundes erkennen wir z.B. schnell, ob wir jemandem gefallen oder nicht. Ausschmückungen wie Bart, Schminke und Schmuck aber auch physiognomischen Ausformungen wie z.B. die Lippenform, Zahnstellung oder Narben, schwingen in dieser Kommunikation ebenfalls oft unbewusst mit. Damit sind wir nicht nur in unserem privaten Alltag dauernd konfrontiert. Auch die Medien-, Mode- und Werbewelten machen davon regen Gebrauch.
Gestalte einen Mund, der ohne Worte eine klare Botschaft vermittelt (z. B. provoziert, verführt, warnt, kritisiert…). Reduziere die Darstellung grafisch so, dass sie sich für den Siebdruck eignet, und drucke sie auf ein T-Shirt.
Vorgehen:
1. Wirklichkeitsnahes Naturstudium von ausdrucksstarken Mundmimiken mit Spiegel (Bleistift, ca. A3-Zeichenpapier, Spiegel, eigener Mund, Closed Book)
2. Entwickle daraus eine prägnante Umsetzung mit grafischer Reduktion (Marker, dickes A4-Papier, bei Bedarf Photoshop oder Illustrator, Open Book)
3. Setze das Sieb um, realisiere Testdrucke und den finalen Druck (Rahmen, Sieb, Schablone oder Siebfarben, Druckfarben, Textilienreste und T-Shirt)
4. Dokumentiere auf dem A4-Blatt stichwortartig folgende Punkte: Produkttitel, Darstellung (Denotat), intendierte Bedeutung (Konnotat), intendierte Wirkung und Identifikationen (Mit welcher Gruppe identifiziert sich der/die T-Shirt-TrägerIn? Welche Gruppe wird dem Mundstück gegenüber angesprochen?)
Kriterien
- Naturstudium (1x): viele verwertbare Varianten von wirklichkeitsnahe dargestellten und ausdrucksstarke Mundmimiken
- Inneres Design (2x): mit Form und Farbgebung gelungene grafische Reduktion und saubere technische Umsetzung
- Kommunikation (B/M): ausdrucksstarkes Resultat, dokumentierte Aussage entsprechen dem Resultat
- Gesamteindruck (B/M): Einhaltung der Vorgaben, Unerwartetes…
Beitragsbild: Ausgelegte Siedruckrahmen zum Auftrag "Mund-stark" - Im Vordergrund ist ein Rahmen von der Rakelseite mit blauer Screen-Painting-Fluid und orange-rotem Screen-Filler sichtbar, während links oben die wasserlösliche Painting-Fluid bereits ausgewaschen wurde und rechts oben der Rahmen mit Painting-Fluid und Filler von der Druckseite betrachtet wird
