Modul: Künstlerische Forschung mit Raum und Bildraum

In diesem kunstpropädeutischen Modul setzt du dich theoretisch und praktisch mit Raum und Bildraum auseinander.

François-Xavier Vispré malte auf die Druckgrafik „Le Concert“ von Philippe Mercier einen zerbrochenen Glas­rahmen, ca. 1760 (gemeinfrei via wm)

Ziele und Kompetenzen

  • Wahrnehmung als physikalischer, physiologischer und psychologischer Prozess sinnlich erfahren und kognitiv verstehen
  • Praktische und theoretische Auseinandersetzung mit Raum und Bildraum
  • Handhabung von Bildraum als Kulturgut (Abdruck) erleben und verstehen
  • Gestalterische Prozesse selbst initiieren und steuern lernen
  • Einblick in kunstpropädeutische Forschung

Wiederholung und Booster

Theorie und Geschichte

  • Wahrnehmung und deren Phänomene
    • physikalisch-chemische Phänomene (Optik mit Reflexion und Lichtbrechung, Lichtspektrum, Absorption und Reflexion von Licht)
    • physiologische Phänomene (Aufbau des Auges mit Fokus auf Zapfen und Stäbchen der Netzhaut, blinder Fleck, Simultan- und Sukzessivkontast/ Nachbild)
    • psychologisch-kulturelle Phänomene (Wahrnehmung als Entscheidung, Kontexteffekte, lokale und globale Wahrnehmung, Eyetracking mit Sakkadensprünge und Hotspots, selektive Wahrnehmung, Top-Down- und Bottom-Up-Prozesse, biografische d.h. kulturelle und individuelle Unterschiede z.B. bezüglich kulturell bedingter Bildleserichtung oder psychologische Gutachten mit Rorschachtest)
  • Bildbetrachtung bildnerisch-räumlicher Spielereien mit optischen Täuschungen und Trompe-l’œil an Beispielen aus Kunstgeschichte und Alltag

Übungen

  • Übungen zur polyvaltenten Raumdarstellung:
    • William Hogarths falsche Perspektive zu eigenem Bildthema
    • Oscar Reutersvärds Bildräume, 1. betrachten 2. nachahmen 3. variieren, kombinieren oder weiterentwickeln (z.B. von der Einzelarbeit mit vielen kleinen Skizzen zur Gruppenarbeit mit grossem Resultat)
    • Multiperspektive: Guten Morgen – Wahrnehmung beim Aufstehen von verschiedenen „Raummomenten“ in einem Bild
    • Simultanperspektive: ein bekanntes Gemälde übersetzen
    • Anamorphosen geometrischer Körper mit Klebeband an Wandecke
    • Drôle-de-Perspective in den Schulgängen fotografieren
    • Emotionale Bildraumdarstellung? Aus der Erinnerung eine deiner letzten Stresssituationen oder einen kürzlich im Alltag erlebten Erfolg blind mit Kugelschreiber zeichnen, zügig ohne den Stift abzusetzen. Im Anschluss von Kollegen die Situation deuten und dann die Raumdarstellung analysieren lassen!

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