Modul: Einstellungen und Gestaltungsmittel der Fotografie

In diesem Modul lernen die Schülerinnen und Schüler die grundlegenden Einstellungen digitaler Kameras kennen und setzen diese gezielt zur fotografischen Gestaltung ein. Der Fokus liegt dabei auf die bewusste Steuerung und den Einsatz von Schärfe und Unschärfe im Bild. Sie untersuchen zudem allgemein, wie Kameraeinstellungen, Licht, Perspektive und Bildkomposition die Wirkung eines Bildes beeinflussen, und wenden diese Erkenntnisse in eigenen fotografischen Arbeiten an.

Ziele und Kompetenzen

  • Einblick in die Verwendung Spiegelreflexkameras (DSLR) oder spiegellosen Systemkameras und Kenntnisse der wichtigsten Kameramodi (P, A/Av, S/Tv, M sowie Motivprogramme Scn/Art)
  • Zusammenhang zwischen Kameraeinstellungen und Bildwirkung verstehen und Grundlegendes Verständnis von Fokus, Brennweite, Blende, Verschlusszeit, ISO-Empfindlichkeit und Weissabgleich
  • Allgemeine Gestaltungsmittel der Fotografie kennen und Licht, Perspektive, Bildkomposition und insb. Schärfe gezielt einsetzen können
  • Fotografische Bilder analysieren und technische sowie gestalterische Entscheidungen beschreiben können

Wiederholung und Booster

Theorie und Geschichte

Theorie

  • Gestaltungsmittel der Fotografie
    • Mit Blick auf technischgestalterische Aspekte:
      • Zusammenhang von Fokus, Brennweite, Blende, Verschlusszeit, ISO-Empfindlichkeit, Motivabstand und Licht
      • Schärfentiefe und selektive Schärfe (Bokeh)
      • Bewegungsdarstellung:
        • Eingefrorene Bewegung (Action Shot)
        • Bewegungsunschärfe (Motion Blur)
        • Mitzieheffekt (Panning)
        • Verwacklungsunschärfe
    • Blick auf ästhetische Aspekte:
      • Bildwirkung durch Perspektive, Bildausschnitt und Komposition
      • Bedeutung von Lichtführung und Lichtrichtung

Evtl. exemplarische Einblicke

  • Produktfotografie
  • Fotojournalismus
  • Wissenschaftliche Fotografie
  • Porträt- und Dokumentarfotografie
  • Ausgewählte Positionen der Fotografiegeschichte

Bildbetrachtung

  • Aktuelle Presse- und Nachrichtenfotografien analysieren
  • Gestalterisch-technische Mittel erkennen
  • Wahrscheinliche Kameraeinstellungen ableiten
  • Bildwirkung und fotografische Absicht diskutieren

Übungen

Werkstattunterricht

Foto-Challenge im Klassenraum

  • Vorbereitung:
    • Unterrichtsraum grosszügig räumen
    • Zu zweit eine digitale Kamera beziehen
    • Kamera auf Werkeinstellungen zurücksetzen
    • Ausschliesslich im Modus A (Blendenvorwahl) oder S (Zeitvorwahl) arbeiten, keine Motivprogramme oder Kreativfilter verwenden
    • Mit vorhandenen Motiven im Unterrichtsraum improvisieren
    • Falls mit Smartphones gearbeitet wird: App mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten installieren (z. B. Adobe Lightroom, Snapseed, Open Camera, …)
  • Aufwärmen
    • Motiv durch Perspektivwechsel besonders dynamisch oder monumental wirken lassen
    • Motiv durch Lichtführung gezielt inszenieren
  • Challenges
    1. Ruhiges Motiv scharf, Vorder- und Hintergrund unscharf
      -> geringe Schärfentiefe / Bokeh
    2. Bewegtes Motiv scharf, Umgebung scharf
      -> eingefrorene Bewegung / Action Shot
    3. Bewegtes Motiv unscharf, Umgebung scharf
      -> Bewegungsunschärfe beim Motiv / Motion Blur
    4. Bewegtes Motiv relativ scharf, Umgebung unscharf
      -> Mitzieheffekt für Bewegungsunschärfe der Umgebung / Panning
    5. Motiv und Umgebung unscharf
      -> Verwacklungsunschärfe

Aufträge

Dein Produkt im Fokus

Entwickelt eine kleine Werbefotoreihe und inszeniert dazu ein Produkt (z. B. ein eigenes Objekt aus dem Kunstunterricht). Die Serie enthält mindestens:

  • Ruhiges Motiv scharf, Umgebung unscharf (Bokeh)
  • Bewegtes Motiv scharf (Action Shot)
  • Bewegtes Motiv relativ scharf, Umgebung in Bewegungsunschärfe (Mitzieheffekt)

Die Serie kann zur Verstärkung der Reihe frei zusammengestellt werden. Weiter Bilder mit eingefrorener Bewegung, Motion Blur etc. sind möglich. Verliere bei all dem technischen Blick nicht die Perspektive, die Komposition und die Lichtführung aus den Augen. Zu jeder Aufnahme kannst du im Nachhinein:

  • verwendete Bedingungen und Kameraeinstellungen nennen
  • beabsichtigte Bildwirkung beschreiben
  • fotografische Entscheidungen begründen


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