Modul: Einblick Animation

Animation entsteht nicht durch Bewegung selbst, sondern durch die Abfolge einzelner Bilder. In diesem Modul untersuchen wir, wie aus einfachen Veränderungen Zeit, Raum und Leben im Bild entstehen. Dann schenken wir doch Türmen, Figuren, Gegenständen und Materialien eine Anima (Seele).

Idle-Animation (Ausschnitt), von Kurt-Kaiser (cc0 via wm)

Ziele und Kompetenzen

  • Erlebnis des Phänomens Bewegtbild
  • Bewegung als Abfolge einzelner Bilder verstehen
  • Zeit und Rhythmus als gestalterische Mittel erfahren
  • Wirkung und Ästhetik von Bewegung bewusst wahrnehmen
  • Einblick in analoge und digitale Animationstechniken

Wiederholung und Booster

  • Bekannte Animationsfilme besprechen. Und wo gibt es sonst noch Animationen bzw. Bewegtbilder? (Game, UI, virtuelle Welten etc.)

Theorie und Geschichte

  • Wahrnehmungstheorie: Bewegung entsteht übers Auge im „Kopf“
    • Trägheit des Auges (Bilder bleiben kurz im Auge „hängen“)
    • Phi-Phänomen (Gehirn ergänzt Bewegung zwischen Einzelbildern)
    • Bildfrequenz (ab ca. 12–16 fps wirkt Bewegung flüssig)
  • Stop-Motion-Prinzip
  • Vor- und Frühzeit des Filmtricks und Trickfilms (Animation ist älter als Film)
    • Thaumatrop – Verschmelzung zweier Bilder
    • Phenakistiskop / Zoetrop – Bewegung durch Rotation
    • Daumenkino – lineare Bildfolge
  • Heute: Animation ist heute vielerorts
    • GIFs (digital ältere, dennoch beliebte tonlose Loop-Animationen)
    • UI-Animationen (kleine Bewegungen bei Benutzeroberflächen, die Rückmeldung geben und die Aufmerksamkeit lenken)
    • Game-Idle-Animationen („Leerlaufanimationen“, z. B. Gamefiguren oder Gegenstände in kleinen Loops, die Leben zeigen, ohne Handlung)
    • TikTok-Loops (nahtlose oder bewusst wiederholte Kurzvideos, bei denen Rhythmus, Wiederholung und Effekt im Vordergrund stehen)

Übungen

  • Turmbau zu Babel (Kugelschreiber auf Hochformat)
    • Zeichne einen Turm, der im nächsten Moment zusammenbrechen wird.
  • Idle-Animation als Doppelbildanimationen mit verschiedenen Techniken (analog z. B. Rubbelanimation, Thaumatrop; digital z. B. mit Fr)
    • Eine Figur (z. B. NPC) hebt und senkt minimal den Brustkorb oder lässt Gewicht oder Kleidung sanft mitschwingen
    • Ein Gesicht (z. B. Monster) blinzelt, verschiebt die Mundwinkel oder zeigt ein leichtes Zusammenziehen der Haut
    • Ein Gegenstand (z. B. Schwert, Kristall, Lichtquelle) pulsiert langsam, verändert die Helligkeit oder flackert
  • Es lebt – kleine Bewegungen in bereits gemaltem Bild (PS)
    • gute Reprofotografie von bereits gemalten Bild erstellen (Landschaft, Porträt, Abstraktion …) und mit PS öffnen und als PSD speichern
    • Fenster „Zeitleiste“ öffnen, „Frame-Animation erstellen“
    • mit KI in markierter Fläche (z.B. mit Lasso) Element kreieren („generatives Füllen“) oder manuell mit Pinsel hineinmalen (Feuer, Flagge, Baumblätter, Monster)
    • auf weiteren Ebenen direkt darüber Ersatz-Variation von diesem Element erstellen (oder partiell überdeckend nur von kleinen Elementen, wie z.B. Zunge von Monster)
    • in Zeitleiste Frame duplizieren (+) und im jeweiligen Frame die erwünschten Ebenen einblenden
    • Dauer der Frames auf entsprechende Zeit setzen (z.B. 0.2 Sek.), Loop auf unbegrenzt setzen …und leben lassen (Play).
  • Kurze Daumenkino-Aktion
    • Etwas kriecht, fliegt oder bewegt sich irgendwie durchs Bild
  • Rund um Loop Animation (Fr)
    • von einem geometrischen Körper oder einer Figur (siehe auch Übung Rund um Figur) mit Adobe Fresco im Animaitonsmodus. Relativität von Bewegung: Dreht sich der Körper oder drehen wir uns um den Körper?
  • Material-Animation (Stop-Motion)
    • experimentell mit Salz, Sand, Fäden, Abfall oder ähnlichem Material kleine Veränderungen mit Handy und Reprostativ Bild für Bild aufnehmen und mit Bewegung und Rhythmus spielen.

Aufträge

  • Der Sprung aus dem Alltag
  • Die unmögliche Welt (Filmtrick, Legetechnik mit Figuren, …)
  • Produktion eines Wunderrads etc. mit Einlegebilder


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