In diesem kurzen Modul werden grundlegende Möglichkeiten des analogen Zeichnens erprobt. Zeichnen wird als Beobachten, Denken und Gestalten mit der Hand erfahren.
Ziele und Kompetenzen
- Sicherheit im Zeichnen nach Anschauung und aus der Vorstellung
- Erfahrungen mit Bleistift/Kohle sowie Linie, Fläche, Helldunkel und Spur
- Form, Licht und Textur beobachten und zeichnerisch übersetzen
- Unterschiedliche Ausgangsniveaus nutzen und über Probieren, Vergleichen und Weiterentwickeln eigene zeichnerische Lösungen finden
Wiederholung und Booster
- Aus früheren Modulen bzw. dem Lehrplan 21: vorhandene Erfahrungen im Zeichnen, Skizzieren und Beobachten aktivieren
- Einfache Strichführung: locker – präzise, fein – kräftig, langsam – schnell
- Grundformen und einfache Volumenelemente erkennen und skizzieren
- Hell – dunkel sowie Licht – Schatten wahrnehmen
Theorie und Geschichte
- Zeichnen: mit Linien, Punkten, Flächen und Tonwerten frei experimentieren, beobachten, darstellen, entwerfen und erfinden
- Nach Anschauung – aus der Vorstellung: Gesehenes untersuchen und übersetzen bzw. Erinnerungen und Ideen sichtbar machen
- Analoge zeichnerische Mittel: Material, Werkzeug und Hand bestimmen die Spur – z.B. Druck, Richtung, Schichtung, Verwischen und Radieren
- Grundelemente Form/ Textur/ Licht sowie deren Gestaltung und Wirkung
- Exemplarische Einblicke zu Skizze, Studie, Entwurf oder eigenständiges Bild aus Kunst und Gestaltung
Übungen
- Spurenlabor: Mit Bleistift 3B und Kohle möglichst unterschiedliche Spuren erzeugen: Punkte – Linien – Flächen, fein – breit, hell – dunkel, dicht – offen, scharf – weich. Werkzeuge nicht nur mit der Spitze, sondern auch flach, geschichtet, verwischt und radierend einsetzen.
- Sehen statt wissen: Einen einfachen Gegenstand in kurzen Varianten nach Anschauung zeichnen. Nicht das bekannte Symbol des Gegenstandes zeichnen, sondern Proportionen, Richtungen, Zwischenräume und tatsächlich sichtbare Formen beobachten. Einstieg z.B. mit Blind-/Konturzeichnung und anschliessender genauerer Skizze.
- Stein im Licht: Einen visuell interessanten Stein im Seitenlicht mit Bleistift 3B nach Anschauung zeichnen. Von Gesamtform und Proportion über grosse Hell-Dunkel-Bereiche zu ausgewählten Texturen arbeiten. Differenzierung über Motiv, Ausschnitt, Genauigkeit, Tonwerte, Kanten und Stofflichkeit.
- Zerknülltes Papier: Grob zerknülltes Papier und nahe Umgebung mit Kohle zunächst grossflächig dunkel anlegen und mit Knetgummi/Radierer Licht wieder herausarbeiten. Linie tritt zugunsten von Fläche, Licht und Körperwirkung zurück.
- Vom Sehen zum Erfinden: Eine der Beobachtungszeichnungen als Ausgangspunkt nehmen und zeichnerisch weiterentwickeln: ergänzen, verändern, kombinieren, vergrössern oder umdeuten. Aus dem Vorgefundenen entsteht etwas Eigenes.
Aufträge
- Fundstück – gesehen und weitergedacht
Ein selbst gewähltes kleines Natur- oder Alltagsobjekt wird zunächst genau nach Anschauung untersucht und gezeichnet. Aus den Beobachtungen entsteht anschliessend eine freie zeichnerische Weiterentwicklung, bei der Form, Textur oder Lichtwirkung des Gegenstandes aufgegriffen, verändert oder neu interpretiert werden. Der Schwierigkeitsgrad kann durch Motiv, Ausschnitt, Genauigkeit und Art der Weiterentwicklung individuell gesetzt werden.
Material: Bleistift 3B und/oder Kohle auf Papier
Kriterien: aufmerksame Beobachtung und zeichnerische Übersetzung, bewusster Einsatz der zeichnerischen Mittel, eigenständige Weiterentwicklung
Weiterführende Links
- Modul Digitales Zeichnen
- Weiterführendes Modul Überblick Zeichnen/Malen
- Modulüberblick Analoge Bildverfahren