Label Design – ein Etikettenschwindel?

Label Design – ein Etikettenschwindel?

In diesem Auftrag wird ein Pseudo-Zertifikat (Fake Label) zu einem vorgegebenen Thema gestaltet. Durch viele schnelle Skizzen werden unterschiedliche visuelle Ideen entwickelt und anschliessend eine überzeugende finale Label-Version sauber ausgearbeitet.

Ziele/ Kompetenzen

  • Schnelles Skizzieren zur kreativen Ideenfindung nutzen
  • Gestalterische Grundelemente (Form, Farbe, Typografie, Symbole) und Ordnungen (Proportion, Komposition) kompetent nutzen
  • Darstellung, Bedeutung und Wirkung kreativ und gezielt gestalten
  • Labels, Gütesiegel und Zertifikate reflektieren und deren visuelle Einflussnahme verstehen

Vorübungen

  • Historische Dimension: Handwerklich signierte Produkte im Römischen Reich z.B. auf Amphoren, Punzen zur Garantie der Reinheit von Gold und Silber oder auch Zunftzeichen sind Vorläufer unserer Gütesiegel von heute. Zunftzeichen machten z.B. im Mittelalter die Präsenz und Zugehörigkeit von Handwerkszünften sichtbar und standen zugleich für Anspruch auf Qualität und Vertrauen. Gerade darin liegt die Schwierigkeit; Wo visuelle Zeichen Autorität und Verlässlichkeit vermitteln, entsteht auch Spielraum für Täuschung – sowohl durch interessengeleitete Auslegung seitens der Anbieter selbst als auch durch Nachahmung und Missbrauch durch Trittbrettfahrer.
  • Kurzanalyse von Gütesiegeln, Labeln bzw. Zertifikate mit ihren typischen Gestaltungselementen (Kreis, Schild, Stern, Band, Kranz etc. und weiteren Symbolen und prägnante Schriften) sowie deren Bedeutung und Wirkung
  • Skizzenübungen zu den Grundlagen der visuellen Kommunikation mit Fokus auf Ordnung sowie Darstellung, Bedeutung, Wirkung (allgemein)
  • Kurzinput zu den Funktionen von Gütesiegeln, Labeln bzw. Zertifikate (Autorität, Qualität, Vertrauen) und Fallbeispiele: Siegelklarheit

Auftrag

Gestalte ein Fake-Label (Pseudo-Zertifikat) zu einem vorgegebenen Thema. Entwickle zuerst möglichst viele unterschiedliche Ideenskizzen, in denen du mit Farben, Formen, Typografie, Symbolen und Anordnung experimentierst. Wähle anschliessend eine besonders überzeugende Idee mit viel Potential aus, entwickle diese weiter, arbeite sie sauber und etwas grösser in die Mitte des Blattes aus. Notiere daneben fünf prägnante Assoziationen, welche die gewünschte Wirkung des Labels präzise beschreiben (z.B. Adjektiv, Nomen, Ausdruck oder Kunstwort; aber keine ausdrucksschwachen Begriffe oder formale Beschreibungen von Farbe, Form oder Anordnung).

Kriterien

  • Kreativität: viele eigenständige und passende Ideenskizzen in schneller aber sicherer Gestaltung und im gut organisierten Layout;
  • Inneres Design/ Ordnung (2×): überzeugende prägnante Gestaltung mit Formen, Farben, Proportionen, Anordnung, Typografie, Symbolik;
  • Äusseres Design/ Kommunikation: finale Gestaltung kommuniziert und wirkt klar und wird durch passende Assoziationen treffend beschrieben;
  • Bonus/Malus: Einhaltung der Vorgaben, sorgfältige Umsetzung, Unerwartetes.

Material

  • Papier ca. A3, Bleistift, Buntstifte oder ähnliche Zeichenmaterialien.

Mögliche Themen

  • z.B. Begriffe wie zuverlässiger Freund, angenehmer Gast, rücksichtsvoller Tourist, verrückte Person oder aktuelle Begriffe aus Gesellschaft oder Jugendsprache wie Macher, Rizz, NPC, slay/geslayed, sheesh, lit, cringe, fly, safe, systemrelevant (CH-Wort 2020), Shitstorm (D-Wort 2012), aufmüpfig (D-Wort 1971), postfaktisch (D-Wort 2016), …

Beitragsbild: Zunftwappen am ETA-Hoffmann-Platz in Bamberg (cc via wm)

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