{"id":57,"date":"2007-02-25T22:30:25","date_gmt":"2007-02-25T22:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kunstunterricht.ch\/e\/2007\/02\/25\/produktentwicklung-von-der-idee-zum-prototypen\/"},"modified":"2023-10-20T09:21:24","modified_gmt":"2023-10-20T09:21:24","slug":"produktentwicklung-von-der-idee-zum-prototypen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstunterricht.ch\/e\/produktentwicklung-von-der-idee-zum-prototypen\/","title":{"rendered":"Produktdesign &#8211; Von der Idee zum Prototypen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Leitfaden zeigt einen abgek\u00fcrzten und idealisierten Ablauf bei der Entwicklung eines Produktes, von einer Idee bis zum Prototypen. Die Ausgangslage bildet ein beliebiger Arbeitsauftrag. Der Arbeitsprozess l\u00e4sst sich in drei Phasen unterteilen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Utopisieren<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der ersten Phase wird der Auftrag nur fl\u00fcchtig wahrgenommen. Es werden insbesondere die Vorgaben und Einschr\u00e4nkungen vernachl\u00e4ssigt. Die Arbeitsweise ist hier prozessorientiert. D.h. man treibt von einer Idee oder Phantasie zur n\u00e4chsten ohne auf die Machbarkeit zu achten. Mehrere Resultate sind m\u00f6glich &#8211; auch unvollkommene! Diese d\u00fcrfen in dieser Phase noch utopisch sein. Folgende Methoden werden dazu verwendet, die sich auch gut kombinieren lassen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Gedanken in Bilder und Stichworten festhalten (z.B Kribbeln, Mindmap)<\/li>\n\n\n\n<li>Phantasieprodukt mit Text- und Bildrecherche weiterentwickeln, Materialsammlungen zusammenstellen, Collagen, Moodboards entwickeln, um Wert, Feeling und Bedeutung des Produkts zu erfassen<\/li>\n\n\n\n<li>Innere Bilder f\u00fcr einen ersten Schritt &#8222;nach Aussen&#8220; verst\u00e4ndlich visualisieren (z.B. mit Bleistift oder Pastell in freien Skizzen)<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Idee Umsetzen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Phase versucht aus den zuvor entwickelten L\u00f6sungsans\u00e4tzen das Machbare herauszufiltrieren, weiterzuentwickeln und als Idee umzusetzen. Nun werden die Vorgaben und Einschr\u00e4nkungen des Auftrages ber\u00fccksichtigt. Experimente finden statt, Baupl\u00e4ne und Modelle werden entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Vergleichbare Produkte \/ Mechanismen testen (Konkurrenzanalyse), sowei Materialexperimente am erw\u00fcnschten (Roh-) Material duchf\u00fchren<\/li>\n\n\n\n<li>3D-Modell (Material und Gr\u00f6sse m\u00fcssen nicht dem Zielprodukt entsprechen z.B. mit Papier und Modellholz in einem Massstab 1:10 -&gt; Zeit-, Kosten- und Handhabungsvorteile) oder Mock-Up (1:1 Attrappe) entwickeln<\/li>\n\n\n\n<li>Umsetzbares Produkt zeichnerisch mit Baupl\u00e4nen entwickeln (z.B. <a href=\"index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=99&amp;Itemid=73\">3-Tafelprojektion, Schr\u00e4griss<\/a>, Schnitte, &#8230;, analog oder mit CAD). Dies kann vor, w\u00e4hrend, nach, im Abtausch oder sogar auch ohne der Entwicklung eines 3D-Modells stattfinden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Produkt Realisieren<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese dritte Phase ist ziel- bis zweckorientiert und versucht aus den Zeichnungen und Modellen einen Prototypen zu realisieren.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Prototyp konstruieren<\/li>\n\n\n\n<li>Testen (auch an Zielpublikum)<\/li>\n\n\n\n<li>L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme und Details finden, evtl. Zusatzexperimente durchf\u00fchren und optimieren<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem Prototypen hat man etwas Handfestes das physisch bereits benutzt werden kann. Allerdings ist dieses Produkt noch lange nicht marktreif. Dazu fehlen weitere Marktanalysen, M\u00f6glichkeiten zur Rationalisierung bei der Produktion, Verhandlungen mit Partnern, Verkaufskonzepte und dergleichen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Glossar<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Experiment<\/strong> wissenschaftlicher und\/oder k\u00fcnstlerischer Versuch<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Modell<\/strong> verkleinerter, abstrahierter, massstabsgetreuer Bau eines Produkts<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mock-Up<\/strong> noch nicht funktionsf\u00e4higes Produkt, 1:1-Attrappe<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Prototyp<\/strong> erste vollst\u00e4ndige Ausf\u00fchrung einer Neuentwicklung, &#8222;Originalmodell&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Utopie<\/strong> als unrealistisch und nicht verwirklichbar geltende (Ideal-) Vorstellung<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Beitragsbild: Produktdesignstudie zu \"2,5 Litre Gran Turismo Convertible\" von Hans Ehrich, 1965 (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:2,5_Litre_Gran_Turismo_Convertible_Ehrich_1965.jpg?uselang=de\">GNU-Lizenz via wikimedia commons<\/a>)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Leitfaden zeigt einen abgek\u00fcrzten und idealisierten Ablauf bei der Entwicklung eines Produktes, von einer Idee bis zum Prototypen. 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