Die Parallelprojektion (Axonometrie, umgangssprachlich auch Parallelperspektive) erlaubt eine einfache und übersichtliche Darstellung des dreidimensionalen Raumes in einer Bildfläche. Im Gegensatz zur Fluchtpunktperspektive wirkt sie weniger wirklichkeitsnahe aber sachlicher. Sie eignet sich zur Entwicklung, Planung und sachlichen Vermittlung von Architekturen, Möbel, Fahrzeugen und anderen Produkten. Im Folgenden wird eine knappe Zusammenstellung weniger Typen gemacht. Für Ausführungen siehe Parallelperspektive im Detail.

Allgemein

Mit der Parallelperspektive lässt sich der (geometrische) Raum in zwei Dimensionen übersichtlich darstellen. Anhand eines Würfels kann dies gut erklärt werden:

  1. Die Parallelen des Würfels bleiben auf der Zeichenfläche parallel.
  2. Egal ob der Würfel nahe oder fern ist; Die Kanten einer bestimmten Richtung sind immer gleich lang.
  • Im Raum an sich: Ein Würfel ist ein Körper aus 3 X 4 Parralellengruppen, die 6 gleich grossen Quadrate bilden

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  • Im Bildraum: In der Zeichnung bleiben die Parallelengruppen parallel und die Würfelkanten einer jeweiligen Richtung gleich lang (s1 = s2 oder t1 = t2)

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Dreitafelprojektion 

In der Dreitafelprojektion schaut man den Würfel von drei Seiten an (Risse). Die Achsen (Punktstrichlinien) stellen den Wechsel der Blickrichtung dar. Die jeweiligen Quadrate werden dabei nicht verzerrt. Allerdings wirkt der Würfel nicht räumlich. Nebenstehend ist ein Vorschlag zur Anordnung der Risse, die mit den Messlinien aufeinander abgestimmt sind:

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  1. Grundriss (C)
  2. Aufriss (A)
  3. Seitenriss(B)

Militär- und Kabinettprojektion

Diese beide Darstellungen ermöglichen eine gute Raumvorstellung. In der Militärprojektion (Grundriss-Schrägbild) wird die Grundfläche und in der Kabinettprojektion (Aufriss-Schrägbild) die Frontfläche nicht verzerrt, was eine zeichnerische Handhabung vereinfacht. Allerdings wirken diese Darstellungen etwas künstlich.

  • Militärprojektion (Grundriss-Schrägbild = Ansicht von oben), Winkel Gamma = 45° oder 30°, hier dimetrisch (sonst in der Regel isometrisch), z.B. zur Darstellung von Stadtplänen

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  • Kabinettprojektion (Aufriss-Schrägbild = Ansicht von vorne), Winkel Beta = 45° oder 30°, in der Regel dimetrisch (hingegen wäre die Kavallierprojektion isometrisch), z.B. zur Darstellung von Fassaden

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Weitere Axonometrien

Weiter gibt es in der Axonometrie Darstellungen, welche die Raumwirkung natürlicher erscheinen lassen. Die Winkel und Verkürzungen entsprechen gegebenen Standards, die mathematisch begründet sind. Axonometrien mit keinen Verkürzungen der drei Richtungen nennt man isometrisch, mit zwei gleichen dimetrisch, mit drei verschiedenen trimetrisch: z.B. Standard-Isometrie oder Trimetrie. Hier werden im Gegensatz zu den obigen Schrägrissen die Quadratflächen verzerrt, was die Handhabung etwas erschwert.

  • Standard-Isometrie (30°/30° und 1:1:1), einfaches Handling mit einem Schablone, allerdings entstehen oft ungünstige Überschneidungen

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  • Trimetrie (5°/18° und 0.9:0.5:1), wirkt noch natürlicher, das zeichnerische Handling ist allerdings etwas schwieriger

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Freie Parallelperspektive

Die freie Parallelperspektive ähnelt der Trimetrie, wobei die Winkel und Seitenverhältnisse nicht mathematisch vorgegeben sind und den Bedürfnissen entsprechend frei gewählt werden (damit das Objekt gut erfasst werden kann). Somit lässt sich hier - insbesondere in der Freihandzeichnung - frei und zügig Arbeiten. Diese Perspektive eignet sich besonders zur Entwicklung von Ideen. Für die weiterführende technische Umsetzung z.B. eines realen Bauvorhabens müsste wohl nach der Ideenfindung eine genormte Axonometrie benutzt werden, wobei dies heute vorwiegend mit CAD-Programmen am Computer passiert.