Dies ist eine Einstiegsübung zum Grafikdesign im Bereich der Seitengestaltung. Der Auftrag ist an das Buch "Gestaltungsraster" von Kimberly Elam, Lehrstuhlinhaberin des Graphic and Interactive Communication Instituts der Ringling School of Art And Design Sarasota (Florida), angelehnt (siehe Literaturhinweis). (5SF)

Ziele

  • Auseinandersetzung mit fundamentalen Bildkräften der Komposition
  • Übung im Umgang mit Seitengestaltung

 

Vorkenntnisse

  • Kenntnisse in der Regel der Bilddrittelung (oder goldener Schnitt)
  • Theoretische Auseinandersetzung mit der Seitengestaltung (siehe z.B. Literaturhinweis C. D. Khazaeli)

 

Einleitung

Ein Textbalken oder Textfeld kann zur einfacheren Handhabung in ein monochromes Rechteck abstrahiert werden, dessen Farbwert sich abhängig von den Schriftparametern gestalten (Font, Farbe und Schnitt). Damit kann man im Entwurf des Grafikdesigns die Textblöcke spielerisch in der vorgegebenen Seite ordnen und setzen.

Als Orientierungshilfe wird für den Entwurf des Seitenlayouts ein sogenanntes Gestaltungsraster benutzt. Das Gestaltungsraster setzt sich meist aus geraden Linien zusammen (gegebenenfalls auch Kreise etc.), die nur in der Arbeitsversion zu sehen sind und nicht gedruckt werden. Dies erlaubt eine konsistente Ordnung aller Gestaltungsobjekte (Textblöcke, Fotos, Logos, Grafikelemente etc.), was insbesondere bei mehrseitigen Aufträgen wichtig ist.

Das einfachste Gestaltungsraster bedient sich der Regel der Bilddrittelung. Diese Regel besagt, dass die Objektverteilung in den Bilddrittel eine besondere harmonische Ordnung hervorruft (vergl. goldener Schnitt). Somit zeigt sich das Gestaltungsraster mit der Regel der Bilddrittelung als Matrix mit je drei gleichgrossen Spalten und Zeilen.

Auftrag

Dieser Auftrag gliedert sich in 5 Aufgaben, wovon die letzte am Computer statt findet.

Aufgabe 1: Schneiden Sie die Textbalken des folgenden Dokumentes aus und ordnen Sie diese im vorgegebenen Quadrat, welches einem Plakat entsprechen könnte. Suchen Sie spielerisch eine Lösung die ausgeglichen wirkt, und setzen Sie die Balken mit Klebstoff fest. Die Balken dürfen im dieser Aufgabe lediglich horizontal gesetzt werden. Das Dreieck entspricht einem Grafikelement, dass ebenfalls eingebunden werden soll. Schreiben Sie stichwortartig neben das Quadrat fein mit Bleistift, wie die Ordnung wirkt (klassisch, extravagant, frisch...) und wofür diese Seitengestaltung genutzt werden könnte (Sportevent, Operaufführung, Kulturfest, Nationalratswahlen...).

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Vorlage für Aufgabe 1 und 2 zum Downloaden (PDF) und Ausdrucken. 

Aufgabe 2: Diese Aufgabe gestaltet sich gleich wie die Aufgabe 1. Allerdings sollen die Balken nun horizontal und vertikal gesetzt werden.

Aufgabe 3: Gleich wie vorher. Die Balken sollen nun schräg nun aber noch parallel gesetzt werden (entweder 30 oder 60 Grad).

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Vorlage für Aufgabe 3 und 4 zum Downloaden (PDF) und Ausdrucken. 

Aufgabe 4: Gleich wie vorher. Die Balken können nun schräg und rechtwinklig zueinander gesetzt werden (30 UND 60 Grad).

Aufgabe 5: Versuchen Sie die Aufgaben 1-4 am PC mit einem Vektorprogramm zu lösen (siehe Materialvorgabe). Nutzen Sie das Verschiebe-Werkzeug sowie die Tools zum Ausrichten und Transformieren (nur für die Drehungen). 

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Vorlage für Aufgabe 5 zum Downloaden (SVG gerade und SVG schräg) und Bearbeiten.

Vorgaben/Material

  • Die Vorlagen von Aufgabe 1-4 können mit Schere und Klebstoff bearbeitet werden
  • Für die Arbeit am PC in Aufgabe 5 benötigt man ein Vektorprogramm (z.B. Adobe Illustrator oder die Freeware Inkscape)

Kriterien

  • Übersichtliche Gruppierungen der Elemente
  • Geordnete und sinnvolle Weissräume
  • Ausnutzung des Rasters bzw. der Drittelregelung
  • Übereinstimmung von Gestaltung und Text.

Literaturhinweis

  • Kimberly Elam (2006): Gestaltungsraster. Princeton Architectural Press, New York.
  • Cyrus Dominik Khazaeli (2002): Crashkurs - Typo und Layout, vom Schriftdesign zum visuellen Konzept. Insbesondere S. 216 bis 239. Rowohlt, Reinbek.